Saisonstart mit furiosem Knall – Krönung zum Finale?

7. September 2015, Text Inga Döhring, Foto Kai Sporea

Das Team ist für Hamburg top motiviert!

Die PRODYNA Ruder-Bundesliga (RBL) fiebert ihrem Saisonabschluss in gut 6 Tagen in Hamburg entgegen (12.09.). Die knackig-kurze Strecke auf der Binnenalster, inmitten der attraktiven Hafenstadt, verspricht alljährlich packende Rennen. So manches Team hat in den vergangenen Jahren hier noch einmal für Überraschungen gesorgt. Der RVR Frauenachter reist als Tabellenführer nach Hamburg und ist somit nur noch wenige Rennen vom Traum des Titels entfernt. Dass das kein Wunschdenken ist, hat das Team in diesen letzten Monaten eindrucksvoll bewiesen. An allen vier Renntagen der Saison fuhren sie eine Medaille ein – zweimal Gold und zweimal Silber – mit ihrer konstanten Leistung sind sie den übrigen Teams bislang einen Schritt voraus.

„Rückblickend startete unsere Saison mit einem Knall, dem ersten Platz in Frankfurt“, erinnert sich Michel Palisaar, Trainer des Teams. „Ich wusste zu diesem Zeitpunkt zwar, dass wir recht fix unterwegs sind, aber nicht in welchem Ausmaß und in welcher Relation zur Konkurrenz. Unsere Saison startete also mit einem Paukenschlag.“ Und genau so soll sie auch enden! Die Mannschaft will die Saison perfekt machen und den Titel des Liga-Champions nach Rauxel holen.

Das Training wurde in letzten Wochen noch einmal so effektiv wie möglich gestaltet und das Pensum an den Wochenenden erhöht. Die Stimmung ist bestens und alle sind bestens auf das Finale vorbereitet. Im morgendlichen Zeitlauf geht es gegen die Hannoveranerinnen. Der RVR Frauenachter und das Team aus Niedersachsen werden sich hoffentlich gegenseitig zu top Zeiten pushen.

„Im Laufe der Saison haben wir es geschafft uns mit dem Titel des Tabellenführers zu identifizieren – die Mädels treten selbstbewusst, aber nie arrogant auf. Immer mit dem nötigen Respekt vor jedem Gegner“, so Palisaar. „Unser Team zeichnet sich durch einen sehr starken Charakter, einen unglaublichen Teamgeist und eine interne Harmonie aus, die selten in solch großen Mannschaften zu finden ist. Es ist also nicht nur ein starkes Team, sondern auch ein Haufen Freunde.“

Auch in diesem Jahr werden die top Boote der RBL zur Rowing Champions League (RCL) nach Berlin geladen (19./20.09.), um sich dort mit der internationalen Sprintkonkurrenz zu messen. Mitten auf der Spree, in Höhe der Oberbaumbrücke, neben Berliner Mauer und East Side Gallery – also vor imposanter Hauptstadt-Kulisse – wird es heiß hergehen. Im vergangenen Jahr konnte der RVR Frauenachter die bronzene Medaille sichern – in diesem Jahr reisen sie sogar als Favoritinnen an. Das Team präsentiert sich abermals als fantastisches Aushängeschild für den Ruderverein Rauxel 1922 e.V., aber ebenso für Stadt und Kreis. „Wir wollen im großen Berlin zeigen, wie man im kleinen Castrop-Rauxel rudert“, betont Palisaar. „Für dieses Jahr schätze ich allerdings auch die anderen Nationen stärker ein“, ergänzt Schlagfrau Kira Soba. „Es ist mit so manch spannendem Rennen zu rechnen. Immerhin hat man in der RBL fünf Renntage, um sich zu beweisen und die Tabelle empor zu klettern. Bei der RCL hingegen gibt es nur dieses eine Rennwochenende, an dem alles stimmen muss. Wir wollen auch auf der internationalen Bühne zeigen was in uns steckt und wieder ganz vorne mitfahren. Für uns ist es spannend neue Gegner kennenzulernen und unsere Vorliebe für den Rudersport und insbesondere für die kurze aber knallharte Sprintdistanz mit Sportlern und Zuschauern aus den unterschiedlichsten Ländern zu teilen. Und genau das ist es, was die Rowing Champions League so besonders macht.“

Ein gelungener Auftritt bei der RCL wäre einfach das I-Tüpfelchen in 2015 und dem Team allemal wünschenswert. Es gehört nämlich allerhand Schweiß, Fleißarbeit und Geduld zu einer jeden Saison. Nicht zu vergessen sind die komplette Organisation des Trainings und der Reisen samt Boot quer durch Deutschland oder der finanzielle Aufwand. Letzterer ist ohne Sponsoren nicht zu stemmen. Auch wenn die Mädels mit unglaublich viel Herzblut, körperlichem Einsatz und profihaftem Engagement dabei sind, bleibt es ein Hobby, das sie selbst mitfinanzieren. Sei es Spritgeld, der Boottransport, Übernachtungen, Material, Regattaverpflegung, Mannschaftskleidung oder das Startgeld – das sind pro Saison mehrere Tausend Euro. Nur für die RBL. Für diese hat das Team auch in diesem Jahr fantastische Unterstützer gefunden. „Dafür wollen wir uns auch noch schon einmal auf diesem Weg herzlichst bei allen Sponsoren bedanken“, freut sich Teammitglied Leonie Augustin. Die Teilnahme an der RCL stellt allerdings noch einmal eine Herausforderung dar. Es gilt die finanziellen Auflagen der RCL für das gesamte Team über drei Tage zu stemmen. „Wir sind an Unterkünfte und Verpflegung der RCL gebunden“, erklärt Augustin. „Das schließt eine günstigere Unterkunft leider schon einmal vollkommen aus.“ Die Mannschaft freut sich über jegliche Unterstützung kurzfristig noch eine Lösung zu finden – egal, ob mit Ideen, Rat oder Tat. „Wir wollen unseren eigenen Anteil tragen, aber die Summe hat uns doch etwas überrascht. Einige von uns stecken noch in der Ausbildung, gehen zur Schule oder haben gerade erst ihr Abitur gemacht. Das wird schwierig nach der RBL-Saison. Rudern Plus (gegründet, um finanzielle Unterstützung für RBL Ruderer des RVR zu bündeln) konnte kurzfristig mit einer finanziellen Teillösung einspringen, das ist großartig! Aber vielleicht hat jemand trotzdem noch eine weitere Idee, wie wir zusätzliche Unterstützung erhalten können.“

Bislang hat sich das Unternehmen „RBL am RVR“ selbst finanziert, das Budget des Vereins nicht belastet und so soll es auch zukünftig bleiben. Dennoch ist das Team DIE Werbung schlechthin für die Ruderabteilung des RVR, aber auch den Gesamtverein. Neben den Erfolgen von DRV-Kader-Ruderer Malte Jakschik, sind es die zahlreichen Treppchenplätze der Mädels, die es regelmäßig in die Zeitung schaffen. Die RCL wird in diesem Jahr einen 5-6 minütigen Spot im Liveblock der ZDF Sportreportage haben – größere mediale Präsenz können sich Verein und Team kaum wünschen.

 

4 Gedanken zu „Saisonstart mit furiosem Knall – Krönung zum Finale?

  1. Diesen feierlichen Empfang habt ihr allesamt redlich verdient!
    Freuen uns, so einen erfolgreichen Ruderer, so erfolgreiche Ruderinnen mit Trainer zu haben . Und dann auch noch so sympathische Sportler !!!

  2. Glückwunsch allen Ruderinnen und dem Trainer des RBL-Achters!
    Nach einem spannenden letzten Renntag in Hamburg habt ihr etwas schier unglaubliches geschafft – ihr habt den Titel nach Rauxel auf die Insel geholt und seid Liga Champions!
    Suuuper!! Ein großes Dankeschön für eine tolle Saison! Wir sind stolz auf euch :-)!
    Das ist Rudern, das ist der RVR!

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